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Hannover-Klasse - Hapag-Lloyd

Der Typ "Hannover", auch Hannover-Klasse, ist eine Baureihe von Motorschiffen der Hamburg-Amerika-Linie. Die Schnellfrachter-Serie der Hapag stellt deren vorletzten Entwurf eines herkömmlichen Stückgutschiffs vor der Fusion mit dem Norddeutschen Lloyd und der darauf folgenden Umstellung der beiden Reedereien auf Containerschiffe dar.
sum hannoverklasseGeordert wurde die Baureihe am 15. September 1965. Entwurf und Konstruktion des Schiffstyps wurden in Zusammenarbeit der beteiligten Hamburger Werften durchgeführt. Blohm + Voss übernahm die Konstruktion des Stahlschiffbaus und die dazugehörigen Schleppversuche, die Hamburger Howaldtswerke waren für den Maschinenbau verantwortlich und die Deutsche Werft führte die Konstruktion der Ausrüstungen durch. Die gesamten Baukosten der zehn Schiffe lagen seinerzeit bei rund 150 Millionen D-Mark. Es war damit sowohl der größte bis dahin vergebene Auftrag in der Geschichte des hamburgischen Schiffbaus als auch der größte Gesamtauftrag einer Hamburger Reederei. Die Schiffsklasse umfasste zehn Schiffe, die alle 1967 abgeliefert wurden. Neben den jeweils zwei Schiffen von Blohm + Voss und der Deutschen Werft kamen drei Schiffen von den Hamburger Howaldtswerken und drei weitere von den Emder Nordseewerken. Der Auftrag beinhaltete ursprünglich auch noch Optionen für jeweils ein weiteres Schiff von Blohm + Voss und der Deutschen Werft, diese wurden aber nicht eingelöst.
Im Rahmen eines Lieferabkommens steuerten britische Firmen für etwa 20 Millionen D-Mark Zuliefererzeugnisse, wie beispielsweise die Hilfsdiesel von Ruston & Hornsby bei. Von der Hapag wurden die Schiffe im Westindiendienst eingesetzt.
Die Schiffe gingen bei der 1970 vollzogenen Fusion zwischen Hapag und Lloyd in den Bestand der Hapag-Lloyd über und wurden dort weitere Jahre im angestammten Fahrtgebiet weiterbetrieben. 1978/79 veräußerte die Reederei zunächst sieben Schiffe, die verbliebenen drei Schiffe verließen diesum hannoverklasse2 Hapag-Lloyd-Flotte in den Jahren 1982/83. In der Hand späterer Eigner trafen die ersten beiden Schiffe 1986 zur Verschrottung ein, der Großteil wurde jedoch bis in die zweite Hälfte der 1990er Jahre betrieben und schließlich zum Abbruch verkauft. Die beiden Schiffe Corain I (ex Hanau) und Corain II(ex Heidelberg) der Lineas Agromar aus Kolumbien wurden 1997 zunächst aufgelegt und erst im Jahre 2001 verschrottet.
Ein Merkmal, neben der leistungsfähigen Antriebsanlage, waren die vielseitigen Ladungseinrichtungen. So waren die Schiffe mit 18 herkömmlichen Ladebäumen (14 × 10 Tonnen und 4 × 5 Tonnen) und einem 3-Tonnen-Mastkran ausgestattet. Zur Erhöhung der Umschlaggeschwindigkeit wurden die Hanger- und Ladeläufer, sowie darüber hinaus auch Preventer- und Zwischengeien über Winden bedient. Außerdem waren alle Schiffe mit einem Schwergutbaum zur Übernahme von Schwergutausgerüstet. Die Howaldtswerke-Bauten Hannover und Frankfurt verfügten über ein 120-Tonnen-Stülcken-Schwergutgeschirr, daß die Luken 2 und 3 bedienen konnte, die sum hannoverklasse3restlichen Schiffe besaßen 60-Tonnen-Schwergutbäume herkömmlicher Bauart für die Luke 2. Vor den weit nach achtern gerückten Aufbauten befanden sich vier Trockenladeräume deren zwei, beziehungsweise drei Zwischendecks, jeweils mit hydraulischen Glattdecklukendeckeln verschlossen wurden. Die Hauptlukendeckel waren nach dem McGregor-Single-Pull-Patent gebaut. Hinter dem Laderaum 4, unter der Vorkante des Deckshauses schlossen sich vier isolierte Kühlzellen über zwei Decks für rund 300 m³ Kühlladung an. Hinter den Aufbauten lag der Zweideck-Laderaum Nummer 5. Weitere Ladungseinrichtungen waren die insgesamt drei, im Vorschiffsbereich unter den Trockenladeraum 1 und im Achterschiffsbereich unter dem Laderaum 5 neben dem Wellentunnel angeordneten Ladetanks für etwa 300 m³ Ölladung. Für Verschlussladung stand ein 28 m³ großer Verschlussladeraum zur Verfügung. Die Schiffe waren mit einem Wulstbug ausgestattet.


Die Schiffe der Hannoverklasse

Bauname

Werft

Baunummer

IMO-Nummer

Ablieferung

Umbenennungen und Verbleib

Hannover

Howaldtswerke

968

6706163

14. April 1967

1982 Constellation Faros → 1985 Milos IX → Abbruch ab 29. März 1986 in Gadani Beach

Trier

Blohm + Voss

851

6711431

9. Mai 1967

1978 Tong Jiang → 1990 Skylark → 1992 Sapphire Star → 1996 als verschrottet gemeldet

Hanau

Nordseewerke

385

6710750

29. Juni 1967

1979 Corain I → 1997 aufgelegt → 2001 als verschrottet gemeldet

Hamburg

Howaldtswerke

997

6712382

31. Juli 1967

1978 Tai Hang Shan → 1996 als verschrottet gemeldet

Speyer

Blohm + Voss

852

6713893

15. August 1967

1978 Pu Jiang → 1991 Seagull → 1992 Emerald Star → 1994 im Register gelöscht

Heidelberg

Deutsche Werft

821

6715322

5. September 1967

23. August 1976 Aufbauten nach Kurzschluß ausgebrannt → 1983 Su Feng→ Abbruch ab 20. Februar 1997 in Xinhui

Hagen

Nordseewerke

386

6723812

12. Oktober 1967

1978 Huang Long Shan → Abbruch ab 4. August 1996 in Kalkutta

Frankfurt

Howaldtswerke

998

6723953

26. Oktober 1967

1980 Goslar → 1982 Constellation Galaxy → 1986 Milos X → Abbruch ab 10. April 1986 in Gadani Beach

Heilbronn

Deutsche Werft

822

6723824

19. Dezember 1967

1979 Corain II → 1997 aufgelegt → 2001 als verschrottet gemeldet

Hattingen

Nordseewerke

387

6729907

28. Dezember 1967

1978 Miao Feng Shan → 1996 Miao Feng → Abbruch ab 24. November 1996 in Alang

Quellnachweise

Quellen, die ich für meine Recherche nutzte und deren fachlichen Inhalt ich übernahm:
Wikipedia - Schnellfrachter

Wikipedia - Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft

 

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