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Im Rahmen des Hansetages 2014 in Lübeck konnte ich mit der Seemannsmission Lübeck einen kleinen Infostand auf dem Vorschiff des Dampfeisbrechers Stettin betreiben. Den Stand teilte ich mir mit Peter Jacubassa vom Nautischen Verein Lübeck und ehrenamtlicher Mitarbeiter der Seemannsmission Lübeck. Da sich der Besucherstrom am Ostpreußenkai an diesem Samstag (24.05.2014) in Grenzen hielt, nahm ich mir die Zeit und sah mir die "Stettin" etwas genauer an. Ich konnte mich auf dem gesamten Schiff frei bewegen, ausser in den Crewkammern, aber das versteht sich ja von alleine. Jede meiner Fragen wurde geduldig beantwortet und ich konnte einige Fotos machen, die am Ende des Berichtes in einer Fotogalerie anzusehen sind. Vom Steuermann wurden wir zum Mittagessen eingeladen (leckere Hühnerkeulen mit Bratkartoffeln) bevor die Stettin gegen 15:00 Uhr auslief.  Es sei noch erwähnt, das der Erhalt dieses sehenswerten Schiffes der ehrenamtlichen Tätigkeit aller Besatzungmitglieder, vom "Kohlentrimmer bis zum Kapitän", zu verdanken ist.
das video zum bericht - hier

Dampf - Eisbrecher Stettin

Der Eisbrecher wurde von den Oderwerken in Stettin mit der Baunummer 769 für die Industrie- und Handelskammer S tettin gebaut. Die Kiellegung erfolgte am 31. August 1932, die Fertigstellung am 16. November 1933. Die Baukosten betrugen 574.000 RM. Das Schiff sollte den Seeweg Stettin- Swinemünde sowie die Zufahrten zum Stettiner Haff in strengen Eiswintern offen halten, da Stettin wirtschaftlich stark von der Seefahrt abhängig war.
Die Konstruktion zeigte erstmals in Deutschland den in Finnland entwickelten sogenannten Runeberg- Steven. Dieser bewirkt, dass sich das Schiff nicht mehr nur – wie bei den früher gebauten Eisbrechern mit Löffelbug – mit seinem Rumpf auf das Eis schiebt und es nur durch sein Gewicht zerdrückt. Beim Runebergsteven zerteilt vielmehr eine Schneidspante das Eis, das dann seitlich abgebrochen wird. Diese Stevenform hat die weitere Entwicklung des Eisbrecherbaus maßgeblich beeinflusst.
Obwohl in den 1930er Jahren schon lange Dieselmotoren bekannt waren, wurde die Stettin mit einer Dampfmaschine ausgestattet, da diese den Vorteil einer sehr schnellen (innerhalb von 3 Sekunden) Umsteuerung der Maschine von Vorwärts- auf Rückwärtsfahrt bietet. Dies war beim Manövrieren im Eis und beim Freibrechen von festsitzenden Schiffen von großer Bedeutung. Außerdem wurden die Stettiner Eisbrecher durch die Stettiner Dampfschiffs-Gesellschaft J. F. Braeunlich bereedert, die im Sommer einen Seebäderdienst entlang der Ostseeküste unterhielt. Deren Schiffe hatten entsprechende Antriebsanlagen. Das technische Personal wechselte also im Herbst auf die fünf Eisbrecher und brauchte nicht entlassen zu werden. Auf den Eisbrechern fanden sie dann gleiche Maschinenanlagen vor, die ihnen von den Seebäderschiffen her geläufig waren.
Mit der besonderen Rumpfform und einer Maschinenleistung von max 2.200 PSi (indizierter, am Zylinder gemessener Leistung) konnte die Stettin Eis bis zu einer Dicke von 0,5 m bei einer konstanten Geschwindigkeit von 1–2 kn brechen. Bei größeren Eisstärken musste „geboxt“ werden: Das Schiff fuhr mehrere Anläufe, bis das Eis nachgab. Zum Betrieb des Schiffes war eine Besatzung von mindestens 30 Mann erforderlich.
Durch umfangreiche Zusatzausrüstungen wie Schlepphaken, Hochleistungskreiselpumpen und kräftige Winden war die Stettin nicht nur als Eisbrecher, sondern auch als Bergungsschiff einsetzbar. Geteilte, insgesamt 60 Meter lange und 110 mm starke Stahlringsaugschläuche erlaubten ihr, bis zu 500 Kubikmeter (= Tonnen) Wasser pro Stunde aus Havaristen abzusaugen.


 

Geschichte & Technik

Von 1933 bis 1945 war die Stettin, bereedert von der Stettiner Dampfschiffs-Gesellschaft J.F. Braeunlich, auf der Oder zwischen Stettin und Swinemünde sowie auf der Ostsee im Einsatz.
Am 9. April 1940 begleitete die Stettin als Teil der sogenannten Kriegsschiffgruppe 8 das Minenschiff Hansestadt Danzig und die Boote der 13. Vorpostenflottille nach Kopenhagen, wo die Hansestadt Danzig im Rahmen des Unternehmens Weserübung deutsche Truppen, das II. Bataillon des Infanterieregiments 308 der 198. Infanterie-Division, zur Besetzung der dänischenanlandete.
1945 war sie noch am Transport von Flüchtlingen über die Ostsee beteiligt. Nach 1945 war sie für das Wasser- und Schifffahrtsamt Hamburg auf der Elbe tätig. Ihr Liegeplatz war der Bauhof in Wedel.
1981 sollte sie wegen Unwirtschaftlichkeit verschrottet werden. Durch die Bildung eines Fördervereins konnte das Schiff mit tausenden von Arbeitsstunden und der Hilfe großzügiger Sponsoren am Leben gehalten werden. Es hat heute den Status eines technischen Kulturdenkmals und liegt am Anleger Neumühlen beim Museumshafen Oevelgönne in Hamburg. Während der Sommermonate führt die Stettin Fahrten für Gäste im Rahmen von Großveranstaltungen wie Hamburger Hafengeburtstag, Kieler Woche, Flensburger Dampf-Rundum,Hansetag Lübeck oder Hanse Sail Rostock durch, kann aber auch gechartert werden.

Schiffsdaten

Flagge                 Deutschland Deutschland
Schiffstyp            Eisbrecher
Rufzeichen           DBCR
Heimathafen         Hamburg
Eigner                 Dampf-Eisbrecher STETTIN e.V.
Bauwerft              Oderwerke, Stettin
Stapellauf            7. September 1933

Schiffsmaße und Besatzung

Länge                   51,75 m (Lüa
                           46,05 m (Lpp )
Breite                   13,43 m
Seitenhöhe             6,45 m
Tiefgang               max. 6,01 m
Verdrängung          1138 t
Vermessung           BRZ : 783,NRZ: 235 
Besatzung             22

Maschine

Maschine                3-Zyl.-Verbundmaschine 
                            mit Stephenson-Exzentersteuerung
indizierte      
Leistung                 2.200 PS (1.618 kW)
Geschwindigkeit       max. 14,2 kn (26 km/h)
Propeller                 1, Durchmesser 4.200 mm

Transportkapazitäten

Zugelassene
Passagierzahl          180 (als Traditionsschiff)

Sonstiges

Klassifizierungen       Technisches Denkmal 
Traditionsschiff
Germanischer Lloyd : 100 A5 K E

quelle für meine recherche: http://de.wikipedia.org/wiki/Stettin_(Schiff,_1933)

Bilder vom Dampfeisbrecher Stettin

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